Schön warm und ganz schön wirtschaftlich

Heiztechniksysteme im Kostenvergleich

 

Welches Heizsystem ist eigentlich das beste? Diese Frage stellen sich alle Bauherren irgendwann. Und die Ansprüche sind hoch: Es soll im laufenden Betrieb niedrige Heizkosten garantieren und darf gleichzeitig in der Anschaffung das Hausbaubudget nicht zu sehr belasten. Neben den finanziellen Aspekten werden aber auch die Themen Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit in die Entscheidung mit einbezogen. Wägen Sie ab, was Ihnen bei Ihrem Heizsystem besonders wichtig ist. Die Nutzung von alternativen Energiequellen wie Erdwärme, Umgebungsluft oder der Sonne ist meist mit höheren Investitionskosten verbunden. Vorteil: Die monatlichen Verbrauchskosten sind in der Regel niedriger als bei anderen Systemen. Unser Tipp: Da der Energiebedarf unserer Häuser bereits sehr niedrig ist, bietet die Gasbrennwerttherme eine gute Kombination aus günstigem Anschaffungspreis und moderaten Verbrauchskosten. Über die gesamte Nutzungsdauer der Anlage gesehen bietet die Gasbrennwerttherme, ggf. in Kombination mit einer kontrollierten Be- und Entlüftung und/oder einer Solarthermieanlage, eine hervorragende Wirtschaftlichkeit.

Das Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart hat verschiedene Heiztechniksystemen miteinander verglichen und die jährlichen Kosten zur Versorgung eines Beispielhauses mit Heizwärme und Warmwasser berechnet. Basis ist ein Neubau-Niedrigenergiehaus mit 150 m² Nutzfläche und einem Heizwärmebedarf von 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a). Der Wärmebedarf für die Warmwasserbereitung liegt bei 12,5 kWh/m²a. Damit entspricht das Haus in etwa den Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 70. Durch die gleichzeitige Betrachtung der Investitions-, Betriebs und Verbrauchskosten sowie die Umrechnung der Investitionskosten auf die angenommene Anlagennutzungsdauer von 20 Jahren können die absoluten Kosten pro Jahr der unterschiedlichen Systeme einander optimal gegenübergestellt werden. Das Ergebnis: Obwohl die Verbrauchskosten einer Gasbrennwerttherme über denen der anderen Anlagen liegen, ist sie unterm Strich über die gesamte Nutzungsdauer gesehen im Vergleich das günstigste Heizsystem und gerade in hochgedämmten Häusern sehr effizient.

Grundlagen der Beispielrechnung


Einfamilienhaus, 150 m² Nutzfläche
Wärmebedarf Heizung: 45 kWh/m²a
Wärmebedarf Warmwasser: 12,5 kWh/m²a

Kosten für die Energieträger

Strom: 28,4 Ct./kWh   Strom Wärmepumpentarif: 20,7 Ct./kWh
Erdgas: 8,0 Ct./kWh   Pellets: 5,3 Ct./kWh

Betriebskosten

Beinhaltet u. a. Instandhaltung, Reparatur, Wartung,
ggf. Schornsteinfeger, Hilfsenergie zum Betrieb der Anlage

Anteilige Investitionskosten

Anschaffungskosten für die gesamte Heizungsanlage, geteilt
durch 20 Jahre Anlagennutzungsdauer. Bei der Anschaffung
wird eine Finanzierung der Anlage zu einem effektiven Zinssatz
von 2,12 % aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Bauen“ zugrunde
gelegt.


Quelle: Institut für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart. Weitere Details zur Berechnung auf www.ier.uni-stuttgart.de/linksdaten/heizkostenvergleich
Stand: September 2013