Wohngesund bauen

Was bedeutet Wohngesundheit?

Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Hausbewohner rückt beim Hausbau immer stärker in den Vordergrund. Beim wohngesunden Bauen wird auf unterschiedliche Aspekte besonders viel Wert gelegt:

  • Gesundheitsschädliche Einflüsse minimieren
  • Optimale Bedingungen für die Gesundheit schaffen
  • Das Wohlbefinden von Bewohnern mit besonderer Sensibilität gegenüber Schadstoffen, Allergenen oder Umwelteinflüssen steigern
  • Durch Licht und Farbe ein Wohlgefühl erzeugen
Darauf kommt es an:
  • Gutes Raumklima, das keinen großen Schwankungen unterliegt 
  • Ruhe und Schutz vor Einflüssen wie Straßenlärm, Elektrosmog oder schadstoffbelasteter Luft 
  • Unbedenklichkeit der verwendeten Baustoffe, vor allem hinsichtlich enthaltender Schadstoffe oder möglicher Ausdünstungen 

Welche Schadstoffe im Wohnraum vorkommen können

Belastungen in
Wohnräumen

Chemische Schadstoffe

Vor allem in Farben, Klebern oder Bodenbelägen kommen chemische Schadstoffe vor. Zu negativen Auswirkungen kann es durch Gase kommen, die an die Raumluft abgegeben werden. 

Biologische Schadstoffe

In Wohngebäuden vorkommende biologische Schadstoffe wie Schimmel-sporen, Bakterien, Hausstaubmilben oder Hefepilze können zu Allergien, Atemwegs-erkrankungen oder Entzündungen führen.

Physikalische Belastung

Belastungen wie Feuchtigkeit im Haus oder zu viel Lärm können sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit der Hausbewohner auswirken. Auch Elektrosmog wird oft dazugezählt. 

Wohngesunde Baustoffe – worauf Sie achten sollten

Baustoffe
  • Grundsätzlich sollten nur Baustoffe verwendet werden, die auf Schadstoffe hin getestet wurden. Sie werden durch Güte- oder Prüfsiegel wie den Blauen Engel oder das ECARF-Siegel gekennzeichnet. 
  • Als nachwachsender, natürlicher Rohstoff ist Holz eine wohngesunde Alternative zu Baumaterialien wie Stein oder Beton. Wichtig ist, dass das verwendete Holz nicht mit Insektiziden oder Holzschutzmitteln behandelt wurde, die allergische Reaktionen hervorrufen können. Achten Sie außerdem darauf, welche Lösungs- und Bindemittel eingesetzt werden.
  • Informieren Sie Ihren Baupartner am besten schon vor Baubeginn, wenn Sie bestimmte Allergien haben.  

Wohngesund und allergikerfreundlich: So trägt Haustechnik dazu bei

Haustechnik

1. Lüftungsanlage: gegen Schadstoffe im Wohnraum

Beim Lüften gelangen neben der frischen Luft auch z. B. Pollen oder andere Allergene ins Haus, die Allergikern Probleme bereiten können. Eine fest installierte Lüftungsanlage kann das verhindern: In festgelegten Zeitintervallen tauscht sie die gesamte Raumluft aus, sodass sich Schadstoffe und Feuchtigkeit nicht anreichern können. Beim Austauschprozess werden allergieauslösende Blütenpollen und Staubpartikel herausgefiltert.

Da das Lüftungssystem entstehende Feuchtigkeit aus dem Haus leitet, wird dadurch außerdem verhindert, dass sich Schimmel bildet. Auch Schimmelpilze im Haus können zu allergischen Reaktionen, Atemwegsbeschwerden und Asthma führen. 

 

2. Wasserfilter: gegen Rückstände im Wasser

Durch das Leitungswasser können allergene Substanzen freigesetzt werden. Oft finden sich darin Rückstände, auf die manche Menschen reagieren. Dazu gehören z. B. Chlor, Schimmelsporen oder verschiedene Mikroorganismen. Davor können Sie sich durch einen Wasserfilter schützen, der kleinste Schwebeteilchen aus dem Wasser filtern kann.

Vor allem bei Neurodermitis ist das sehr zu empfehlen, um empfindliche Haut nicht zusätzlich zu belasten. 

 

3. Heizsystem: allergikerfreundliche Lösungen

Beim Thema Heizen lassen sich ganz einfach gute Bedingungen für Allergiker schaffen.

Empfehlenswert sind unter anderem Flächenheizungen, also z. B. Fußbodenheizungen, weil sie ohne punktuellen Heizkörper auskommen. Bei einer gleichmäßigen Verteilung der Wärme wird weniger Staub aufgewirbelt. Fußbodenheizungen bieten den Vorteil, dass sich auf beheizten Böden weniger Milben und Pilzsporen bilden. 

Wohngesunde Materialien und Produkte

Innenausbau

1. Gütezeichen für wohngesunde Baustoffe

Seit 1997 gibt es in Deutschland den Ausschuss zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten. Dieser legt Mindestanforderungen fest, die Bauprodukte im Innenraum hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Auswirkungen erfüllen müssen. Das Deutsche Institut für Baustoffe sorgt dafür, dass nur Baustoffe verwendet werden dürfen, die erfolgreich ein Prüfverfahren durchlaufen haben. Daraus gehen Gütezeichen hervor, die für die Grundlagen für gesundes Bauen und Wohnen stehen,  z. B. die QDF-Positivliste, der Blaue Engel, das EU-Ökolabel, das TÜV-Ökolabel oder das Toxproof-Siegel. 

2. Ausstattung

  • Vor allem Naturmaterialien wie Wolle, Öle oder Hölzer können Stoffe enthalten, die sich bei bestimmten Allergieformen negativ auswirken.
  • Am besten verzichten Sie auf langfaserige Teppiche und entscheiden sich lieber für kurzfaserige Modelle und Fliesen, Laminat oder Holzböden.
  • Wenn Sie Laminat wählen, sollten Sie darauf achten, dass das Produkt frei von chemischen Zusätzen wie Weichmachern ist. Auch Klebstoffe, die beim Verlegen zum Einsatz kommen können, könnten problematisch sein. Eine gute Alternative ist Klicklaminat, das ohne Kleber auskommt.

Tipps für Allergiker

Grundstückssuche

 

 

Als Allergiker halten Sie am besten schon bei der Suche nach dem passenden Grundstück die Augen offen: 

  • Wenn Sie zum Beispiel auf Pollen allergisch reagieren, versuchen Sie herauszufinden, welche Bäume und Pflanzen in der Umgebung wachsen.
  • In manchen Kommunen können vorhandene Bäume unter Umständen nicht gefällt werden. 

So steigern Sie Ihr Wohlbefinden

4 Tipps für Pollenallergiker

TIPP 1

Vor allem in der Hauptsaison für Allergien lohnt es sich, möglichst häufig Staub zu wischen und zu saugen, um die Anzahl der Pollen im Haus zu minimieren.

TIPP 2

Lüften Sie, wenn die Pollenkonzentration in der Luft am niedrigsten sein sollte: In der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr , auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr. 

TIPP 3

Es gibt Pollenschutzgitter, die Sie ganz leicht an allen gängigen Fenstern anbringen können. Fachbetriebe fertigen und montieren solche Gitter aber auch individuell nach Maß.

TIPP 4

Mit der richtigen Einrichtung können Sie die Pollenbelastung im Haus reduzieren. An Teppichen oder Vorhängen bleiben Allergene gut hängen. Verzichten Sie insgesamt auf „Staubfänger“.